Drohneneinsatz zur biologischen

Maiszünslerbekämpfung

Trichogramma zur
Maiszünslerbekämpfung –
wirtschaftlich und ökologisch

Eine effiziente Bewirtschaftung der Flächen und ein gesundes Pflanzenwachstum mit hohen Erträgen – das ist das Wuschszenario in der Landwirtschaft. On top kommt, getrieben durch immer strengere gesetzliche Regularien, das Bestreben nach mehr ökologischem Arbeiten.

Dem Entgegen steht im Maisanbau der Maiszünsler. Er zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schädlingen.

Deshalb haben wir uns die Aufgabe gestellt, unseren Kunden dafür eine biologische Schädlingsbekämpfung anzubieten, die:

  • einen sicheren und hohen Wirkungsgrad bietet
  • einen optimalen Behandlungszeitpunkt durch professionelles Monitoring anzeigt
  • die den Maisertrag bei optimaler Qualität sicherstellt
  • keine Resistenzen entwickelt
  • Nützlinge, wie Marienkäfer, schont
  • in allen Belangen Umweltschonend ist
  • das positive Image der Landwirtschaft bei Verbrauchern fördert
  • KULAP/Fakt- Förderungsfähig ist

Kleine Kugeln mit exzellenter Wirkung

Den Einsatz von Trichogramma, einer rund 1 mm kleinen Schlupfwespe, welche die Eier des Maiszünslers parasitiert, haben wir deshalb in unserem Versuchsfeld vor Ort auf einigen tausend Quadratmetern selbst getestet.

Im Versuch haben wir Kugeln und Karten aus biologisch abbaubarem Material, die eintausend Eier enthalten, eingesetzt.

Die aus den Kugeln / Karten freigesetzten Schlupfwespen legen ihre Eier in die des Maiszünslers. Dessen Larven werden so abgetötet und die Trichogrammalarven können sich entwickeln. Aus den Wirtseiern entstehen also keine Maiszünslerlarven, sondern weitere Nützlinge. Innerhalb eines Vegetationszeitraums können sich auf diesem Weg fünf bis acht Generationen Schlupfwespen entwickeln.

Je nach Region können Schlupfwespen etwa ab Mitte Juni bis Anfang Juli ausgebracht werden.

Um einen optimalen Wirkungsgrad zu erzielen, empfiehlt sich eine zweite Ausbringung der Trichogramma nach ca. 14 Tagen. So lassen sich Witterungseinflüsse, die sich auf den Schlupf der Wespen und des Zünslers auswirken, abfangen.

Methoden der Trichogramma-Ausbringung

Wir haben die unterschiedlichen Möglichkeiten der Trichogramma-Ausbringung auf den Acker ausprobiert und unter die Lupe genommen. Das sind die Vor- und Nachteile aus unserer Sicht:

Individuell von Hand ausgebrachte Karten

Vorteile:

  • eigene Steuerung, wo Karten angebracht werden sollen
  • weniger Witterungseinflüsse, da Karten an Pflanze hängen
  • Schutz vor Fressfeinden

Nachteile:

  • hoher Zeit- und Arbeitsaufwand - jede Zielpflanze muss einzeln bestückt werden
  • bei höheren Pflanzenbestände Schnittwunden durch Maisblätter
  • Gefahr, die Maispflanzen zu verletzten

Individuell von Hand ausgebrachte Kugeln

Vorteile:

  • eigene Steuerung, wo Trichogramma-Kugeln ausgebracht werden

Nachteile:

  • Gefahr der Verschlemmung der Kugeln bei Regen
  • bei höheren Pflanzenbestände Schnittwunden durch Maisblätter
  • Gefahr die Maispflanze zu verletzen

Per Drohne platzierte Kugeln

Vorteile:

  • Ausbringung durch Experten
  • sehr präzises Ausbringen durch Flugroutenplanung per GPS-gesteuerter Drohne
  • Zeitersparnis - Landwirt stellt lediglich Antrag und übermittelt Flächen
  • Hohe ha-Leistung
  • Pflanzenschonend
  • Einsatz auch bei mäßigem Wind / Regen möglich
  • Ausbringen unabhängig von Bodenverhältnissen und Maisstadium möglich

Nachteile:

  • Drohne arbeitet so schnell und effektiv, dass Piloten schnell von einem aufs andere Feld wechseln -> darum ist es möglich, dass der Landwirt zu spät auf Feld kommt
  • Ausbringung per Fachmann muss terminiert werden
  • Wetterabhängig – bei starkem Wind / Regen kann die Drohne nicht fliegen

Ein Erfahrungsbericht von
unserer Mitarbeiterin Katrin Prosiegel

Technik im Einsatz

In einem etwa sechswöchigen Zeitraum hat unser Partner TB Copters in unserem Auftrag auf tausenden Hektar Maisfläche Trichogramma-Kugeln mit Hilfe von Drohnen ausgebracht. Die meisten Maisschläge wurden zweimalig beflogen.

Die Drohnen werden durch GPS gesteuert. Die erfahrenen Piloten haben dabei selbstverständlich Hindernisse wie Bäume oder Strommasten sicher im Blick. Bei Schlägen mit Hangneigung korrigiert der Pilot die Höhenlage der Drohne entsprechend, so dass die Kapseln metergenau am gewünschten Punkt abgeworfen werden können.

Mit Hilfe des Tablets wird die Flugroute erstellt. Die Drohne wird zunächst auf dem Boden ausgerichtet und mit den Trichogramma-Kugeln bestückt. Es ist beeindruckend, wie schnell die Ausbringung der Kapseln per Kopter funktioniert. Nach nicht einmal 3 Minuten ist der erste Hektar beflogen. Werden mehrere Felder in geringem Abstand beflogen, wird die Route so konzipiert, dass die Drohne ohne Zwischenlandung die jeweiligen Schläge anfliegen kann. Das steigert die Effizienz enorm!

Mit Gummistiefeln auf dem Feld

Dem entgegen steht die Ausbringung per Hand, die wir natürlich auch auf einem Versuchsfeld selbst verprobt haben. Ausgerüstet mit Gummistiefel und Kartonboxen mit Trichogramma-Karten und Kugeln ging auf das Feld. Da der Mais zu dem Zeitpunkt der ersten Ausbringung noch ziemlich niedrig stand, konnte man bequem durch die Reihen laufen und dort die Karten an den Blattachsen befestigen. Steht der Mais höher, wird das Ausbringen mühsam. Die Blätter der Maispflanzen sind durchaus scharfkantig und die Karte über das Blatt zu schieben gestaltet sich zeitaufwändig. Zumal 50 Karten pro Hektar auszubringen sind – alle 14 Schritte eine Maispflanze. Jede 20ste Reihe.

Die Ausbringung der Kugeln ging weitaus schneller, auch hier wurden alle 14 Schritte Trichogramma ausgebracht. Einfach eine Kugel fallen lassen, fertig. Um effizienter zu arbeiten, empfiehlt es sich, gleich nach links und rechts eine weitere Kugel zu platzieren. So können drei Reihen auf einmal bearbeitet werden. Insgesamt haben wir 100 Kugeln auf einem Hektar verteilt.

Nach 14 Tagen stand die zweite Begehung bevor, was bei inzwischen 2,50 m hohen Pflanzen anstrengend und unübersichtlich wurde. Auch das über 3 Reihen gleichzeitige Ausbringen hat aufgrund der Pflanzenhöhe nicht mehr funktioniert.

Unser Fazit Handarbeit vs. Drohne

Das Ausbringen per Hand – sei es mit Kugeln oder Karten – erfordert einen großen Arbeits- und Zeitaufwand. Vor allem das Anbringen der Karte ist auf großen Flächen nicht effizient. Im Vergleich dazu ist der Einsatz der Drohne purer Luxus! Die Flächenleistung ist enorm, das Ausbringen präzise, die Pflanzen werden geschont und der Landwirt kann selbst entscheiden, ob er vor Ort sein möchte oder auf den Experten vertraut.

Und das Fazit der Kunden?

Auch unsere Kunden haben sich von dem Einsatz der Drohne begeistert gezeigt. Nun sind wir alle auf den Wirkungsgrad der Trichogramma gespannt. Wir berichten selbstverständlich nach der Ernte von unseren Testflächen und freuen uns auf Feedback unserer Landwirte.

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